Hohes Alter, hoher Gast
12.06.2018 Merenschwand100 Jahre Leuthard-Gruppe Merenschwand
Vor 100 Jahren als einfaches Baugeschäft angefangen, beschäftigt die Leuthard AG in Merenschwand mittlerweile rund 300 Mitarbeitende. Die grosse Jubiläumsfeier liess sich auch die berühmte ...
100 Jahre Leuthard-Gruppe Merenschwand
Vor 100 Jahren als einfaches Baugeschäft angefangen, beschäftigt die Leuthard AG in Merenschwand mittlerweile rund 300 Mitarbeitende. Die grosse Jubiläumsfeier liess sich auch die berühmte Namensvetterin nicht entgehen.
1918 wagte Laurenz Leuthard den Schritt. Er gründete die Bauunternehmung Leuthard, die sich in den Startjahren vor allem mit Kanalisationsarbeiten beschäftigte. Harte körperliche Arbeit mit Schaufel, Pickel und Karette – das ist bis heute geblieben. Zumindest teilweise. Die Merenschwander Firma ist in Sachen Digitalisierung führend in der Schweizer Baubranche. Stolz präsentierte dies die Unternehmung auch am 100. Geburtstag.
Neben Fachlichem stand auch Unterhaltung im Zentrum. Und mit Doris Leuthard kam nicht nur eine Bundesrätin mit gleichem Namen, wie die Unternehmung, sondern auch eine Kennerin und bekennende Bewunderin der Baubranche – auch in ihrer Heimat Merenschwand. --red
«Kräne bringen Mut und Zuversicht»
Merenschwand: Das Bauunternehmen Leuthard feiert das 100-jährige Bestehen
Das Bauunternehmen Leuthard feierte mit gut 300 Gästen in Merenschwand sein 100-Jahr-Jubiläum. Unter den Gästen war auch die höchste Bauherrin der Schweiz, Bundesrätin Doris Leuthard.
«Es braucht viel Mut, eine Firma zu leiten, die seit 100 Jahren Arbeitsplätze schafft, Steuern zahlt und die Region voranbringt», sagte Bundesrätin Doris Leuthard an der Jubiläumsfeier der Firma Leuthard. Mut brauche es nicht nur für die Investition in neue Bauprojekte, sondern auch für neue Technologien und Systeme, für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, aber auch für die Leitung in schwierigen Zeiten. In diesem Wirtschaftszweig sei man immer der Konjunktur ausgesetzt. «Wenn die Leute weniger investieren wollen, dann merkt das der Bau meistens als Erster», so Leuthard.
So war es auch vor zehn Jahren während der US-Bankenkrise. Damals war Doris Leuthard Vorsteherin des Wirtschaftsdepartements. «Wir steckten mitten in einer Rezession und ich habe immer gesagt, dass gebaut werden muss.» Der Bund erhöhte das Budget für den Bau und es wurde dafür gesorgt, dass überall Kräne, Bagger und andere Maschinen sichtbar wurden, «denn das bringt Zuversicht und Mut für die Bevölkerung», sagte die inzwischen höchste Bauherrin der Schweiz mit einem Budget von über acht Milliarden Franken.
Neue Möglichkeiten dank Digitalisierung
Jedoch kommen immer neue Herausforderungen dazu. Die grösste sei heute zweifellos die Digitalisierung. «Es wird immer viel Handwerk brauchen, aber nur schon die Ausbildung von einem Maurer, Polier, Ingenieur oder Bauleiter wird sich komplett verändern», sagte Doris Leuthard.
Neue Technologien und Systeme bringen aber auch neue Möglichkeiten. So wie zum Beispiel das «Building Information Modeling», kurz BIM. Mit diesem System wird ein Modell einer Baustelle auf dem Computer erstellt. So werden Fehler erkannt, die man sonst erst auf der Baustelle gesehen hätte. Dieses System wurde vor der Jubiläumsfeier bei einem Rundgang durch das Leuthard-Firmengelände vorgestellt. Aber auch die klassischen Arbeiten, wie zum Beispiel Fassaden-, Beton- und Strassenbau, wurden den rund 300 Gästen präsentiert.
Die Bevölkerung steigt seit Jahren stetig an. Auch der Aargau wird von immer mehr Menschen bewohnt. «Ein Muri pro Jahr mehr», sagte der Aargauer Landammann Alex Hürzeler, der ebenfalls zu Gast war beim Jubiläum. «Die Firma Leuthard hat einen Standort gewählt in Merenschwand im Freiamt, einer Wachstumsregion. Nicht nur wenn es um die Bevölkerung geht, sondern auch wenn es um wirtschaftliche Aktivitäten geht», erklärte Doris Leuthard.
Wachstumsregion Freiamt
Die Grundlagen für ein Wachstum von Hoch- und Tiefbau sind in der Region vorhanden. «Die Leute wollen heute mehr Wohnraum als noch vor 20 Jahren, sie wollen nicht mehr in Kajütenbetten schlafen wie wir», sagte Doris Leuthard mit einem Lächeln im Gesicht. Zudem will man heute immer schneller von A nach B kommen. Dies fordere mehr Investitionen in die Infrastruktur, meinte Leuthard. «Aber nicht nur für die Erneuerung der bestehenden Strassen, Trottoirs und Velowege, sondern auch in einen massvollen Ausbau.»
Die tiefe Zahl der Arbeitslosen zeige, dass nicht nur die Region, sondern auch die ganze Schweiz auf einem guten Weg sei, so Leuthard. «Das sind alles super Aussichten, damit die Firma Leuthard in hundert Jahren wieder ein grosses Jubiläum feiern darf.» --afi




