Wissen, wie zu reagieren ist
08.05.2018 BettwilRegionale Feldübung der Samariter in Bettwil
Sie kommen aus Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Schongau, Aesch und Mosen. Sie alle sind Samariter und üben einmal jährlich miteinander. In Bettwil stand die Feldübung unter ...
Regionale Feldübung der Samariter in Bettwil
Sie kommen aus Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Schongau, Aesch und Mosen. Sie alle sind Samariter und üben einmal jährlich miteinander. In Bettwil stand die Feldübung unter dem Motto «Sommerzeit – Unfallzeit».
Annemarie Keusch
Noch sind sie elf. Fünf davon leben in Bettwil selber. «Ja, wir haben Nachwuchsprobleme, wie viele Vereine», sagt René Fischer. Er ist seit vielen, vielen Jahren im Verein. Mitglied bei den Samaritern ist auch Gemeinderätin Claudia Gauch. «Man lernt immer wieder Neues», sagt sie. Zudem sei es ein Verein, bei dem man sich treffe. «Das Gesellige kommt ganz sicher nicht zu kurz», sind sich die beiden einig. «Ich wollte wissen, wie ich im Ernstfall reagieren muss, darum ging ich zu den Samaritern», erklärt René Fischer.
Und dieses Wissen frischt der Verein immer wieder auf. Monatlich treffen sich die Mitglieder. «Das Wichtigste ist wie bei der Feuerwehr: Ruhe bewahren», betont Fischer. Dies übten die Samariter auch an der Feldübung in Bettwil. Dazu wurden die Vereine aus den Nachbardörfern eingeladen. «Wir üben einmal jährlich zusammen. So können wir uns austauschen und auch einiges voneinander lernen», ist Claudia Gauch überzeugt. Mit den Figuranten nahmen gesamthaft fast 70 Personen an der regionalen Übung teil.
Helm nach Mofaunfall muss weg
Dabei stehen immer Feldübungen im Zentrum. Heisst, dass ohne viel Material gearbeitet wird. «Normalerweise haben wir schliesslich im Alltag auch keinen Defibrillator dabei», meint Fischer schmunzelnd. Auf verschiedene Themen wurde der Fokus schon gelegt, beispielsweise auf Blindheit oder alternative Medizin. Diesmal lautete das Motto «Sommerzeit – Unfallzeit».
An fünf Posten wurde den Teilnehmenden Wissen vermittelt. Und natürlich mussten die Samariter ihr Können unter Beweis stellen und zeigen, wie sie beispielsweise reagieren, wenn sie einen bewusstlosen Jugendlichen auffinden, der mit dem Mofa gestürzt ist. «Der Helm muss auf jeden Fall weg und darf nicht nur geöffnet werden. Falls der Verunfallte erbrechen muss, könnte sich sonst alles im Helm sammeln und zu Atemnot führen», betonte der Instruktor aus den Reihen der Bettwiler Samariter. Alarmieren, beim Verunfallten bleiben, ihn stabilisieren seien, die weiteren wichtigsten Punkte.
An zwei Posten wurde das Wissen der Samariter mittels Quiz getestet. Wie sie bei einem Insektenstich reagieren, bei allergischen und nichtallergischen Personen, war eine der typischen sommerlichen Fragen. Hitze, ebenso ein Problem, das primär, aber nicht nur im Sommer auftritt. Von einem Sonnenbrand über Verletzungen infolge eines Wohnungsbrandes bis hin zum Kältebrand wurden alle Verbrennungen thematisiert.
Nicht alle Verbrennungen kühlen
Und für viele überraschend war die Tatsache, dass bei einer Verbrennung dritten Grades die Wunde nicht direkt gekühlt werden darf. «Wir haben bei einem Arzt nachgefragt. Weil in einem solchen Fall die Nervenenden abgestorben sind, spürt der Patient nichts mehr und Kühlen direkt auf der Wunde bringt nichts. Hingegen kann der Kopf oder andere Gliedmassen gekühlt werden», betonte die Instruktorin.
Am fünften Posten wartete der Klassiker. Verstauchter Knöchel, infolge eines Treppensturzes. Auf dem Fussballplatz, beim Joggen, im Alltag – Stauchungen treten oft auf. Und die Samariter aus Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Schongau, Aesch und Mosen haben ihr Wissen aufgefrischt und wissen genau, wie zu reagieren ist.



