Unvergleichliches Erlebnis
01.05.2018 Muri68. Freiämter Fusswallfahrt FFW von Muri nach Einsiedeln
Nach den garstigen Bedingungen im letzten Jahr war die diesjährige Wallfahrt eine richtige Wohltat. Über 150 Pilger nahmen die rund 50 Kilometer unter die Füsse.
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68. Freiämter Fusswallfahrt FFW von Muri nach Einsiedeln
Nach den garstigen Bedingungen im letzten Jahr war die diesjährige Wallfahrt eine richtige Wohltat. Über 150 Pilger nahmen die rund 50 Kilometer unter die Füsse.
Am Samstag um 2.30 Uhr wäre die Besammlung vor dem jeweils extra beleuchteten Kloster Muri für die Freiämter Fusswallfahrt gewesen. Wäre darum, weil bereits um 2 Uhr Dutzende von Pilgern bereitstanden, um die 48 Streckenkilometer von Muri nach Einsiedeln unter die Füsse zu nehmen.
Nach der letztjährigen, denkwürdigen, äusserst anstrengenden, aber einzigartigen FFW im Schnee waren dieses Jahr die Verhältnisse perfekt. Milde Nachttemperaturen, trockenes Wetter und angenehme Tagestemperaturen wurden vorausgesagt, und so war es auch. Zudem beleuchtete der Fast-Vollmond die Wegstrecke zwischen Muri und Niederwil, dem Ort des ersten Kaffeehaltes bei der Familien Hegner.
Den Fliegern beim Kreisen zusehen
Die über 150 Pilger starteten in vier Gruppen. Die drei ersten Gruppen pflegten zwischen Muri und Niederwil das Rosenkranzgebet, die vierte Gruppe absolvierte die erste Strecke meditierend. Die ersten Kilometer müssen möglichst auf befestigten Strassen durchgeführt werden. Feldwege bergen die Gefahr, dass es gröbere Unebenheiten hat, bei denen die Nachtwanderer straucheln könnten. Wenn immer möglich wird ohne künstliches Licht gepilgert.
Gegen 5 Uhr trifft die erste Gruppe in Niederwil ein, wo die Pilger seit Jahrzehnten bei der Familie Hegner zum Kaffee eingeladen sind. Die Einladung wird sehr gerne angenommen. Nach Niederwil geht es weiter via Steinhausen nach Zug. Auf diesem Streckenabschnitt geht jeweils die Sonne auf der linken Wegseite auf. Zudem setzen immer einige grössere Verkehrsflugzeuge zur Wendeschlaufe zum Südanflug auf Zürich-Kloten an. Diese Maschinen dürfen keine Minute früher als um 6 Uhr in Zürich landen – sonst wird es wegen der Nachtruhestörung teuer.
Den Pilgern sind ein paar Minuten eigentlich egal. Der Frühstückstisch im Restaurant Brandenberg ist von 6.15 bis 8 Uhr gedeckt. Weiter geht es Richtung Verenakapelle und via Zigermöösli nach Unterägeri. Ein wunderschöner, sehr abwechslungsreicher Wegabschnitt. In Unterägeri teilen sich dann die Wege. Die einen laufen hoch zum Raten, die anderen via Oberägeri auf den St. Jost. In der dritten Altmatt, einem Ausläufer des Rothenturmer Moores, treffen sich die Wege wieder und es wird die letzte Herausforderung unter die Füsse genommen: der Katzenstrick. Oben angekommen, sieht man das Ziel, Einsiedeln mit der Klosterkirche.
Die letzten zwei Kilometer haben es in sich
Die letzten zwei Kilometer sind für viele die schwierigsten, führen sie doch auf hartem Strassenbelag nach Einsiedeln. Die Füsse sind nach 46 Strecken- respektive über 60 Leistungskilometern nicht mehr so frisch. Angekommen vor dem Kloster gibt es doch für den einen oder anderen das wohlverdiente Bier oder ein Glace. Als krönenden Abschluss feiern die Pilger dann im Oratorium einen Gottesdienst. Dieses Jahr stand Pfarrer Thomas Zimmermann aus Sins mit der Unterstützung von Diakon Daniels aus Turgi dem Gottesdienst vor. Marco Hauser an der Orgel und Benedikt Stalder an der Flöte haben den Gottesdienst begleitet. Es ist immer eine eindrückliche Feier und eine Besinnung auf das, was man nicht nur in den letzten 15 Stunden geleistet hat. Bei der gemeinsamen Nachhausefahrt im Bus werden die Erlebnisse nochmals miteinander ausgetauscht.
Die 69. Freiämter Fusswallfahrt findet am 27. April 2019 statt, Start ist um 2.30 Uhr bei der Klosterkirche Muri. --zg



