Glarner setzt sich für FFN ein
08.05.2018 GewerbeDie Fensterfabrik Niederwil ist in Konkurs. Doch es gibt Hoffnung für die ehemaligen Angestellten: SVP-Nationalrat Andreas Glarner setzt sich für die Firma ein. «Ich könnte mir vorstellen, als Geschäftsführer zu fungieren, wenn mir die Mitarbeiter zeigen, wie alles ...
Die Fensterfabrik Niederwil ist in Konkurs. Doch es gibt Hoffnung für die ehemaligen Angestellten: SVP-Nationalrat Andreas Glarner setzt sich für die Firma ein. «Ich könnte mir vorstellen, als Geschäftsführer zu fungieren, wenn mir die Mitarbeiter zeigen, wie alles funktioniert», sagt er auf Anfrage. Er hatte bereits Kontakt zum Konkursamt Baden, doch viel Verständnis wurde ihm dort nicht entgegengebracht. Er verspricht: «Ich werde weiterhin Gespräche führen, da muss es eine Lösung geben. Es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.» --chg
Rettet Glarner die Fensterfabrik?
Niederwil: SVP-Nationalrat Andreas Glarner und Gemeindeammann Walter Koch hoffen auf Nachfolgelösung
Der Gemeindeammann von Niederwil hatte noch an das soziale Gewissen des Geschäftsführers der Fensterfabrik Niederwil appelliert. Doch jetzt ist der Konkurs offiziell. Kann Andreas Glarner die Arbeitsplätze noch retten?
Es war zu erwarten: Die Fensterfabrik Niederwil (FFN) ist Konkurs gegangen. Das veröffentlichte das kantonale Amtsblatt in der Ausgabe vom 4. Mai. Demzufolge hatte die Konkurseröffnung schon am 25. April stattgefunden. Ein harter Schlag, nicht nur für die Mitarbeitenden, die seit Dezember keine Löhne mehr erhalten haben und im Februar entlassen worden sind, sondern auch für die Gemeinde Niederwil. «Für die Gemeinde war die FFN ein Aushängeschild», erklärt Walter Koch, Gemeindeammann von Niederwil. «Die Qualität der FFN-Fenster war weit herum bekannt und wir waren stolz darauf, eine so qualitätsbewusste Firma in unserer Gemeinde zu haben. Der Gemeinderat bedauert zutiefst, dass die FFN in Schieflage geraten ist.»
Noch Ende März hatte Geschäftsführer Erwin Eschbach gegenüber dieser Zeitung beteuert, dass es der Firma bald wieder besser gehen und er den Mitarbeitenden den ausstehenden Lohn zahlen würde. Er erzählte von einem Investor, der die Fabrik mit einer Finanzspritze retten würde.
Ammann setzt sich ein
Für eine ehemalige Mitarbeiterin, die anonym bleiben will, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Firma Konkurs gehen würde. Sie hat sich in der Zwischenzeit eine neue Stelle gesucht. Sie glaubt nicht mehr daran, dass die ausstehenden Löhne noch bezahlt werden. Doch auch die Gemeinde bemerkte, dass die Fabrik Probleme hatte. «Bereits Ende letzten Jahres musste die Gemeinde Zahlungsrückstände bei der Wasser- und der Stromversorgung feststellen, weshalb wir schon damals mit der Geschäftsleitung in Kontakt traten», erzählt Koch. Doch genau wie die Mitarbeitenden wurde auch die Gemeinde von Eschbach vertröstet. «Zahlungstermine wurden nicht eingehalten», berichtet der Gemeindeammann.
Auch er selbst suchte den Kontakt zu Eschbach. «Als im Februar Mitarbeitende der FFN persönlich auf mich zukamen und um Hilfe baten, weil sowohl die Dezember- als auch die Januarlöhne nicht bezahlt worden waren, suchte ich das direkte Gespräch mit dem Geschäftsführer», erzählt Koch. «Es ging mir nicht um die ausstehenden Zahlungen an die Gemeinde, sondern um die Mitarbeitenden, die sich zum Teil bei Freunden, Bekannten und Verwandten verschulden mussten, um Mieten und Lebensmittel zu bezahlen. Ich appellierte beim Geschäftsführer an sein soziales Gewissen. Er versprach mir, dass die Löhne innert drei Tagen und nach Ablauf dieser Frist sicher innerhalb von fünf Tagen ausbezahlt würden.» Alles nur leere Worte.
Hoffen auf Nachfolgelösung
Doch Walter Koch liess nicht locker: «Anschliessend forderte ich ihn im direkten Gespräch auf, im Namen der sozialen Verantwortung die Bilanz zu deponieren, was er zunächst tat und dann wieder rückgängig machte.» Offenbar glaubte Eschbach noch an die Rettung seiner Firma. Anders als Koch: «Leider ist es nun Tatsache, dass die FFN in Konkurs ist, aber wir haben es leider so erwarten müssen.» Er hofft, dass sich bald eine Nachfolgelösung ergibt, «damit möglichst viele Angestellte wieder Arbeit in diesem Betrieb finden können.»
Einen Interessierten gäbe es bereits: SVP-Nationalrat Andreas Glarner. «Ich habe einige Nachrichten von ehemaligen Mitarbeitern der FFN erhalten, die auf Hilfe hoffen», erklärt Glarner. Er hatte bereits Kontakt mit dem Konkursamt Baden, doch dort wimmelte ihn die Mitarbeiterin ab. «Sie sagte mir, sie seien an den Gebäuden und am Land interessiert, nicht aber an einer Weiterführung der Fabrik.» Er könnte sich durchaus vorstellen, die Fensterfabrik zu übernehmen, betont er auf Anfrage. «Viele Mitarbeiter sind arbeitslos. Alles, was es braucht, ist einen Geschäftsführer.» Möglicherweise könnte er diesen Part übernehmen und die Firma wieder aufbauen. «Mit guten Mitarbeitern kann man alles schaffen und die Produkte, die die FFN herstellt, sind für ihre gute Qualität bekannt», sagt er. «Es muss doch eine Lösung geben.» --chg



