Der Krimi in der Bibliothek
18.05.2018 Theater«Das Seitengeheimnis» heisst das neuste Theater, das an der Bez Muri aufgeführt wird
Unzählig und wertvoll. Eine Welt voller Bücher. Für das Theater der Bez verwandelt sich die Aula in eine Bibliothek. Und dort geht Komisches ...
«Das Seitengeheimnis» heisst das neuste Theater, das an der Bez Muri aufgeführt wird
Unzählig und wertvoll. Eine Welt voller Bücher. Für das Theater der Bez verwandelt sich die Aula in eine Bibliothek. Und dort geht Komisches vor – von verschwundenen Seiten und Büchern bis zu einem Mord. Am Wochenende vom 25. bis 27. Mai finden die Aufführungen statt.
Annemarie Keusch
«Wo habt ihr euren ersten Auftritt? Was habt ihr dabei?» Alle stehen sie im Kreis – Theaterleiter Peter Hochuli und Mauro Nogara und die 27 involvierten Schülerinnen und Schüler. Die Augen sind geschlossen. Peter Hochuli stellt Fragen, leise suchen die Schauspielenden für sich nach den Antworten. Das Theater der Bez Muri ist im Endspurt. «Noch sitzt nicht alles. Das Bühnenbild ist noch nicht fertig, die Szenen sind noch nicht alle definitiv, die Kostüme noch nicht komplett», sagt Peter Hochuli.
Nervös ist er, der seit acht Jahren zusammen mit Mauro Nogara das Theater der Bez leitet, deswegen nicht. «Es ist wahnsinnig, wie motiviert die Schülerinnen und Schüler sind. Ihr Einsatzwille ist beeindruckend», sagt Hochuli. 27 Jugendliche aus der zweiten und dritten Bez sind es diesmal, 25 auf der Bühne, zwei an der Technik. Und mit Sarah Baumgartner und Rahel Hungerbühler haben zwei Schülerinnen das Grundgerüst des Stücks «Das Seitengeheimnis» selber geschrieben. «Getrennt voneinander», erklärt Peter Hochuli, «sie haben jeweils miteinander telefoniert, aber geschrieben hat jede für sich.» Hochuli selber hat im Winter die Texte der Schülerinnen zu einem Theater zusammengefasst.
Erstmals mit Livemusik
«Präzis, langsam, laut und deutlich.» Peter Hochuli sagt jedes der Adjektive einzeln, die Schüler wiederholen es im Chor. Einsprechen – ein wichtiges Ritual, das die Theatergruppe der Bez vor den Proben ausübt. Einige Schüler nennen einen Satz aus ihrem Text, die anderen sprechen ihn nach. «Leichenf lecken, wie ekelhaft!», «Dasselbe könnte ich Sie auch fragen.» oder «Und was ist, wenn mir nichts passt?» Es sind Ausschnitte aus dem Stück, das in einer Bibliothek spielt, aber auch im Götterhimmel und im Altersheim.
Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es diesmal ein Krimi sein soll. Aber nicht weil die Theaterleitung, zu der auch Susanne Hochuli gehört, die sich um die Kostüme kümmert, das bestimmt hat. Kurz nach den Sommerferien startete das Freifach «Theater». «Beim Kennenlernen und Improvisieren stellte sich schnell heraus, dass es in diese Richtung gehen soll», sagt Peter Hochuli. Und dies ist nicht der einzige Faktor, bei dem die Schüler massgeblich mitredeten. Zwei Schülerinnen aus der dritten Bez sorgen mit ihrem Einsatz an der Harfe und am Cello zusätzlich erstmals für Livemusik beim Theater. «Das hat sich während den Proben entwickelt und war ihre Idee», schwärmt der Theaterleiter.
Nicht nur schauspielerisches Talent
Noch sitzt nicht alles. Bei den einen hapert es bei der Textsicherheit. Alle Einsätze am Licht und am Ton sitzen noch nicht. «Und laut sprechen müsst ihr. Verschluckte Sätze verzeiht dieser Raum nicht», betont Peter Hochuli. Eine Woche vor der Premiere muss auch einstudiert werden, wer seine Requisiten hinter der Bühne wo lagert. Der Dreizack des Poseidon braucht noch Arbeit, dafür sind die Schürzchen der Putz-Equipe fertig. Einen ganzen Theatertag hat die Gruppe nächste Woche noch. «Es geht ans Zusammenfügen der vielen einzelnen Teile», sagt Mauro Nogara.
Aber die Vorfreude ist schon spürbar. Peter Hochuli drückt es so aus: «Das, was hier entsteht, ist aus eurem schauspielerischen, musikalischen und technischen Talent entstanden.»



