Ida Isler-Fuster, Wohlen

Do, 26. Nov. 2015

Ida Fuster wurde am 6. Dezember 1921 im Dorf Appenzell geboren und wuchs zusammen mit zehn Geschwistern im Restaurant Tübli auf. Ihre Jugend war geprägt von schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen und die Familie musste mehrere schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Nach dem frühen Tod des Vaters musste die Mutter die grosse Familie alleine durchbringen. Da die meisten Kinder noch klein waren, mussten die älteren Geschwister zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Auch Ida musste die Schule nach der 5. Klasse verlassen, um im Betrieb mitzuhelfen. Später verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Serviertochter, unter anderem in Wil, Oensingen und mehrere Jahre im Speisewagen quer durch die Schweiz. In Wohlen lernte sie im Restaurant Feldschlösschen ihren späteren Mann – Kurt Isler – kennen, den sie 1955 heiratete. Das junge Paar wohnte anfangs am Juchliweg, bis sie dann später in Kurts Elternhaus am Haldenrain einzogen, das sie zuvor um eine Etage aufgestockt hatten. Dort kamen auch die beiden Töchter Esther und Sonja sowie der Sohn Heinz auf die Welt. In ihrem grossen Garten konnte Ida ihrer grossen Leidenschaft, dem Pflanzen, Hegen und Pflegen von Blumen, frönen. Sie war uns immer eine gute Mutter, war stets zu Hause und hatte Zeit für die Familie. Es war ihr sehr wichtig, dass wir Kinder eine Ausbildung machten und Fremdsprachen erlernten, etwas, das ihr in ihrer Jugend leider verwehrt blieb. Sie lehrte uns, dass Familie und Freundschaft und deren Pflege etwas Wichtiges sind – und lebte uns dies auch vor. Unvergessen bleiben uns die sonntäglichen Familienspaziergänge nach Kallern, die zahlreichen heiteren Familienfeste in Appenzell und in Wohlen, allen voran die 1.-August-Feiern im Garten am Haldenrain. Ihre gesellige Art und ihr reges Interesse an den Mitmenschen ermöglichten es ihr, ein umfangreiches soziales Netz aufzubauen. Ein Netz, das sie bis zum letzten Tag pflegte, sei es durch regelmässige Telefonanrufe oder, solange es ihre Gesundheit erlaubte, durch Besuche. Dem Damenturnverein Wohlen hat sie bis ins hohe Alter die Treue gehalten. Auch die regelmässigen Jassrunden und Kaffeekränzchen waren bis zum Schluss ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. In früheren Jahren war sie zusammen mit unserem Vater auch langjähriges Mitglied des Freundschaftsreiseclubs, mit welchem sie zahlreiche Carfahrten im In- und Ausland unternahm. Auf das Pensionsalter hin wurde sie dann etwas überraschend Grossmutter. David sollte ihr einziges Grosskind bleiben. Sie hatte grosse Freude an ihm und schloss ihn sofort ins Herz. Im Jahr 2000, im Alter von 82 Jahren, zog sie dann in eine neue Wohnung an der Bahnhofstrasse. Sie genoss die zentrale Lage und die Nähe zu den Leuten und so war sie regelmässig auf der Strasse oder in den Geschäften bei einem Schwatz anzutreffen. Nach einer Schulterverletzung vor zwei Jahren und einem vorübergehenden Aufenthalt im Bifang fasste Ida den Entschluss, ihre Wohnung an der Bahnhofstrasse aufzugeben und ins Bifang zu ziehen. Der Umzug fiel ihr nicht schwer, und da sie viele Mitbewohner durch ihre früheren regelmässigen Besuche schon kannte, lebte sie sich schnell und gut ein. Sie schätzte das freundliche Personal, genoss ihr schönes Zimmer mit der tollen Aussicht, das umfangreiche Rahmenprogramm, das ihr geboten wurde – und freute sich jeden Tag auf das Essen, das sie über alle Masse lobte. Am Samstag, den 24. Oktober, hat Ida noch mit Esther, Madeleine und Heinz gemeinsam im Bifang zu Mittag gegessen. Am späten Abend dann begannen die Beschwerden, hervorgerufen durch ein akutes Aortaproblem. Als der Arzt ihr in jener Nacht mitteilte, dass eine Operation nicht mehr möglich sei und sie nur noch kurze Zeit zu leben hätte, erklärte sie ihm, dass sie ein langes und gutes Leben geführt habe – und bereit sei zu sterben. Es war immer ihr Wunsch gewesen, schnell und ohne lange Leidenszeit von dieser Welt zu gehen. Wir Kinder sind froh, dass ihr dieser Wunsch erfüllt wurde – und sehr dankbar, dass wir unsere Mutter so lange bei uns haben durften. Wir vermissen sie sehr.
Allen, die Ida in ihrem Leben ihre Zeit und ihre Freundschaft geschenkt und somit ihr Leben bereichert haben, danken wir ganz herzlich. Unser spezieller Dank geht ans Wohn- und Pflegezentrum Bifang für die gute und fürsorgliche Betreuung. Sie hat sich dort sehr wohl gefühlt.

Ihre Kinder Esther, Sonja und Heinz


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