Viel mehr als eine Spielerei
09.06.2026 MuriDie Gemeinde lanciert ein neues Erscheinungsbild – die Broschüre zur «Gmeind» ist der Anfang
Die Identität stärken und sich als attraktive, vielfältige und zukunftsorientierte Zentrumsgemeinde im Freiamt positionieren. Das will die ...
Die Gemeinde lanciert ein neues Erscheinungsbild – die Broschüre zur «Gmeind» ist der Anfang
Die Identität stärken und sich als attraktive, vielfältige und zukunftsorientierte Zentrumsgemeinde im Freiamt positionieren. Das will die Gemeinde Muri mit ihrem neuen Erscheinungsbild. Dieses wird nun etappenweise eingeführt.
Annemarie Keusch
Entweder ganz offen und direkt. Oder dann hinter vorgehaltener Hand. Aber diese Frage, sie dürfte kommen. Hat die Gemeinde nichts anderes zu tun, als sich des Logos anzunehmen? Manuela Scavelli, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde, antwortet gelassen: «Die Frage ist berechtigt und die Antwort ist einfach: Es geht nicht um das Logo.» Zwar wurde dieses im Laufe des Prozesses auch leicht angepasst, präzisiert, für digitale Anwendungen fit gemacht. «Es geht darum, dass die Bevölkerung Informationen versteht.» Und da spielt die Gestaltung, etwa der Einladungsbroschüre zur «Gmeind», durchaus eine Rolle. Sie kommt aufgeräumter daher. Die zweianstatt dreispaltige Gestaltung, die neue Schrift – die Lesbarkeit ist besser. «Das ist kein Luxus, das ist unser Grundauftrag», ist Manuela Scavelli überzeugt. Dass Bilder, Tabellen und grafische Elemente besser geführt werden, das sei keine Frage des Geschmacks. «Wer die Unterlagen besser versteht, kann besser mitreden. Das ist demokratisch relevant.»
Gestaltungspartner ging in Pension
Manuela Scavelli hat den Prozess eng begleitet. Mit dabei waren unter anderem auch Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger und Verwaltungsleiter und Gemeindeschreiber Severin Bättig. Für Budmiger ist klar: «Schräg, hip und lustig, das passt nicht. Schliesslich sind wir noch immer eine Gemeindeverwaltung, die Zuverlässigkeit ausstrahlen soll. Etwas moderner und frischer durfte es aber schon werden.» Schrift, Farben, Bildsprache und konkrete Vorlagen, die im Alltag gebraucht werden – für die Botschaft zur «Gmeind», in der E-Mail-Signatur, auf offiziellen Schreiben. «Bisher war einiges nicht vereinheitlicht, was immer wieder zu Mehraufwand führte. Von der Überarbeitung des Erscheinungsbildes erhoffen wir uns auch eine Steigerung der Effizienz», führt Budmiger aus.
Das war aber nicht der Hauptgrund, weshalb dieses Projekt überhaupt angepackt wurde. Manuela Scavelli erzählt: «Es gab einen konkreten Auslöser.» Der langjährige Gestaltungspartner ging in Pension. Eine neue Lösung musste sowieso her. «Weitermachen wie bisher oder den Moment nutzen? Wir entschieden uns für Letzteres.» Auch weil der Auftritt der Gemeinde Muri über die Jahre stark gewachsen ist. «Als wir das bisherige Erscheinungsbild entwickelten, war die Schulsozialarbeit oder die Stützpunktfeuerwehr Muri+ noch kein Thema.» Die Anforderungen haben sich verändert. Es stand entsprechend gar ein grosses Rebranding im Raum. «Neuer Slogan, neues Logo», erklärt Manuela Scavelli. Aus Budgetgründen sah man davon ab. Stattdessen erfuhr das bisherige Erscheinungsbild eine Auffrischung, wurde aktualisiert und vereinheitlicht. Gleiche Schrift überall, gleiche Farben, gleiche Farbverläufe. «Dass das Muri-Rot bleibt, stand dabei für alle ausser Frage», sagt Scavelli.
Die Visitenkarte der Gemeinde
Bevor aber auch nur über ein Design diskutiert wurde, fing der Prozess bei einer Frage an: Wofür steht Muri eigentlich und wie soll die Gemeinde wahrgenommen werden? «Das klingt abstrakt, ist aber entscheidend», sagt Manuela Scavelli. Zuerst habe man die strategische Positionierung geschärft. Es ging um Identität, um Werte, um Kommunikationsstil. Erst danach ging es um die Gestaltung. «Was wir gemacht haben, ist keine Spielerei, sondern Teil einer professionellen Verwaltungs- und Standortkommunikation.» Schliesslich sei das Erscheinungsbild der erste Eindruck einer Gemeinde, die Visitenkarte. «Damit wollen wir Muri als das sichtbar machen, was es ist: eine lebendige Zentrumsgemeinde, die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt sowie ein wertschätzendes Miteinander bietet», fasst es die Kommunikationsverantwortliche zusammen.
Zusammengearbeitet hat die Gemeinde dabei mit der Agentur A4 aus Rotkreuz. «Keine Unbekannten in Muri», weiss Gemeindepräsident Budmiger. Innovation in Tradition, das sei dabei das Credo gewesen. «Und mit Blick auf die neu gestaltete Broschüre zur ‹Gmeind› ist uns das geglückt.» Mit dem ersten Resultat sind Budmiger, Scavelli und auch Gemeindeschreiber barer, übersichtlicher, nahbarer», so formuliert es Manuela Scavelli. Severin Bättig gefällt, dass neben den Erklärungen zu den Traktanden auch Gesichter aus der Verwaltung gezeigt werden.
Auch auf Kleidung oder Autos
«Die Botschaft zur ‹Gmeind› ist das Kommunikationsmittel, das wahrscheinlich am meisten Murianerinnen und Murianer in den Händen halten», sagt Manuela Scavelli und liefert damit den Grund, weshalb die Veränderungen hier zuerst erfolgten. «Weiteres kommt Schritt für Schritt», sagt sie. Anpassen und anwenden – bei der internen Kommunikation, beim Newsletter, beim Whatsapp-Kanal. Beispiele gäbe es ganz viele. Nicht nur digitaler Natur.
Kleidung, die mit dem Muri-Logo versehen ist und in den passenden Farben strahlt, Autobeschriftungen.
«Anfang ist gemacht»
Manuela Scavelli erwähnt dabei die etappenweise Einführung des neuen Erscheinungsbildes. «Ein vollständiger Austausch aller Kommunikationsmittel auf einmal wäre weder sinnvoll noch wirtschaftlich.» Was noch verwendet werden kann, werde weiter genutzt. Was erneuert werden muss, kommt im neuen Design daher. Darum ist es auch schwierig abzuschätzen, wann dieser Prozess beendet sein wird. «Der Anfang ist gemacht und damit sind wir sehr glücklich», sind sich Manuela Scavelli, Severin Bättig und Hans-Peter Budmiger einig.


