Jakob Strebel-Muntwyler, Reinach

Fr, 26. Jun. 2015

Jakob StrebeI, unser Vater, kam am 18. Mai 1932 in Urdorf zur Weit. Er war das zweitälteste von 10 Kindern und wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Schwester Hilde meint, er sei ein Luusbueb gsi.
Er kannte kein geregeltes Familienleben, daher waren auch die Familienbande nicht sehr gross und es gab keine Möglichkeit für eine Ausbildung. Nach der Schulzeit arbeitete er zuerst als Knecht und später als Bauarbeiter. Er war ein sehr attraktiver,  lustiger und geselliger junger Mann. So war es nicht verwunderlich,  dass er Lina Muntwyler im Restaurant Gotthard beim Tanz beeindruckte. Sie kamen sich näher und heirateten in der Emaus-Kapelle am 15. Mai 1955. Vater war damals 23 Jahre alt.
ln den folgenden Jahren vergrös-serte sich die Familie stetig, kamen nämlich ich René, mein Bruder Roland, unsere Schwester lsabella und unsere Brüder Bruno und Hugo zur Welt. Damals wohnten wir an der Industriestrasse in Wohlen. Jakob arbeitete als Schichtarbeiter in der Ferro und unsere Mutter besserte das Einkommen mit Heimarbeit auf.
Eine grosse Freude war es für alle, als wir etwa 1968 in eine neue 5½-Zimmer-Wohnung an der Turmstrasse  ziehen durften. Hausaufgaben machte Vater mit uns Kindern keine, für dieses Amt war unsere Mutter zuständig. Wenn es um Sport oder sonst um ein Hobby ging, unterstützte er uns Kinder, wo er konnte. Wer unseren Vater kannte, weiss, dass er mit seinem Humor und seinem Schalk alle begeistern konnte. Er erzählte Geschichten und Episoden,  so wie nur er es konnte, wie oft hielten wir uns die Bäuche vor Lachen. Seine offene und direkte Art werden wir vermissen.
Beruflich machte er sich selbstständig als Gipser und später bewies er sich als Brandschutzspezialist, und das bis weit über die Pensionierung hinaus.
Als wir Kinder grösser waren, verwirklichten sich meine Eltern eine Wochenendoase im Eienwäldli in Engelberg. Wir alle erinnern uns mit Wehmut an diese wunderschönen Zeiten. ln Engelberg fand Vater auch gute Freunde, mit denen er die Zeit mit Jassen verbrachte.  Diese Freundschaften  pflegten unsere Eltern über viele Jahre.
Reisen war für die beiden eine willkommene  Abwechslung  und Bereicherung vom Alltag. Es zog sie in ferne Länder wie die Karibik, Afrika und auch Kreuzfahrten genossen sie bis ins hohe Alter.
Die Enkelkinder waren sein Ein und Alles. Man fand ihn an so un-zähligen Tagen auf Kunsteisbahnen, Fussballplätzen, Motocross-Veranstaltungen, Besuchstagen im Militär oder auf dem Flughafen usw., wo immer auch seine geliebten Grosskinder am Werk waren. So manches Grosskind erinnert sich mit Stolz an die unvergesslichen Flugreisen mit Ätti und Grosi an verschiedene Ferien-
destinationen; hatte er doch 14 Enkel und 8 Urenkel.
Zunehmende Altersbeschwerden veranlassten Vater und Mutter, nach bald 50 Jahren in Wohlen nach Reinach umzuziehen, wo sie in der Nähe von lsabella und Marcel eine altersgerechte 4½-Zimmer-Wohnung beziehen konnten, die für die Pflege im  Alter geeignet ist. Schon kurze Zeit später jedoch erlitt Vater einen ersten Schlaganfall, von dem er sich so weit wieder erholte, dass er seinen 80. Geburtstag zu Hause mit seiner Familie und Freunden feiern konnte.
Im folgenden Jahr (2012) musste sich Vater in der Hirslandenklinik in Aarau einer Voruntersuchung betreffend die Darmoperation  unterziehen. Bei diesem Spitalaufenthalt  verletzte er sich am rechten Auge so stark, dass die Erblindung  von diesem Auge die Folge war. Für ihn war das eine Katastrophe. Er konnte nicht mehr Auto fahren, war nicht mehr selbstständig und noch vieles mehr. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den folgenden Jahren zunehmend. Die Reisen wurden kürzer und vieles machte ihm mehr Mühe. Aufmuntern konnte ihn letztlich nur noch die fürsorgliche  Betreuung seiner geliebten Frau und seiner Familie.
Am 2. April 2015 durften meine Eltern zu Hause ihre diamantene Hochzeit feiern im Beisein von uns allen. Vater war stolz, als er im Radio die Gratulationen hören konnte.
Am 17. April hat ihn nun sein Lebensschiff nach Wind, Sonne, Sturm und Wellengang in den sicheren Hafen gesteuert.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei der WG SANA AG, der Privat-Spitex GmbH und all jenen, die Vater in den letzten Wochen begleitet und aufgemuntert haben, herzlich bedanken.
Die Trauerfamilien


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