Heidi Regina Soricelli-Gamma, Bremgarten

Do, 10. Dez. 2015

Heidi Regina Soricelli-Gamma wurde als zweite Tochter von Othmar Gamma und Adelheid Mathis in Altdorf, Kanton Uri, geboren. Mit ihren drei Geschwistern Kurt, Monika und Edda erlebte sie eine unbeschwerte Kindheit, bis ein tragischer Unfall von Kurt, der mit einem Motorrad als Beifahrer tödlich verunglückte, die ganze Familie in ein traumatisches Unglück stürzte. Lange brauchten sie alle, um sich mit seinem Tod zu versöhnen.
Mami besuchte die Klosterschule in Altdorf und war eine gute Schülerin. ln jungen Jahren musste sie für ein Haushaltsjahr ins Welschland reisen, um Französisch zu lernen.
Sie machte das nicht mit grosser Freude…, was sie ihren Enkelkindern beim Französischbüffeln immer mal wieder mitteilte. ln den Aargau kam sie zusammen mit ihrer Schwester Edda im Alter von 16 Jahren. Beide wurden durch den damaligen Wirt des neu eröffneten Hotels Krone – Herrn Spring, einem gebürtigen Altdorfer – als Zimmermädchen und Serviceangestellte  nach Bremgarten geholt. Er wusste um die Zuverlässigkeit und die Einsatzbereitschaft der beiden Schwestern.
Schon damals war das Hotel Krone ein beliebter Treffpunkt der Italiener, und es kam, wie es kommen musste. Unser Babba verguckte sich in die hübsche Altdorferin, und auch unserem Mami gefiel der adrette Südländer. Die junge Liebe hat sich 1961 in Altdorf auf dem Zivilstandsamt das Jawort gegeben. Eine besondere Anekdote ereignete sich im Anschluss an die Ziviltrauung. Die beiden Trauzeugen – Grietli und Seppi, ein Bauernpaar aus Wieldriet – mussten dringend eine Kuh kaufen, und so kam es, dass die ganze Hochzeitsgesellschaft sich noch vor dem Hochzeitsessen ins Schächental aufmachten, um eine Kuh zu kaufen.
Nach der Hochzeit fand Mami eine Anstellung bei der Firma Albis Werke in der Bremgarter Unterstadt, wo sie Elektrospulen im Akkord herstellte. 1962 kam die erste Tochter Drusiana auf die Welt und drei Jahre später erblickte ich das Licht der Welt. Und 1969 machte Angela das Viermädelhaus komplett. Die drei Töchter vervollständigten das Familienglück.
ln der Zwischenzeit zog die junge Familie nach Zufikon in die Schürmatt, wo sie zusammen mit der Familie ihres Schwagers – dem jüngsten Bruder von Babba – in einem Vierfamilienhaus wohnten. Für beide Familien und vor allem für die Kinder war dies eine unbeschwerte und wunderbare Zeit mit vielen unvergesslichen Erlebnissen.
1979 zog sie mit ihrer Familie nach Bremgarten, wo sie an der Zugerstras­se sesshaft wurden.  Einen Höhepunkt in dieser Zeit bildeten für uns Kinder die jährlichen Autoreisen nach Italien. Mami war eine begabte Autofahrerin und sie löste Babba während der 12-stündigen Autofahrt in den Süden regelmässig ab. Da sie jeweils mit mehr Tempo unterwegs war als Babba, sagte er ihr: «Fahr ned wie ‹Clay Regazzoni›»! Bis vor sieben Jahren fuhren Mami und Babba noch gemeinsam in die Ferien nach Italien, leider verschlimmerte sich dann ihre Krankheit und eine so lange Reise konnte ihr nicht mehr zugemutet werden. Als die Kinder älter wurden und Mami etwas mehr Zeit hatte, nahm sie eine Anstellung als Haushälterin in Lieli an, später dann noch in Anglikon und am Schluss in Zufikon. Die Arbeit in diesen Familien war geprägt durch viel Wertschätzung, sodass wunderbare Freundschaften entstanden sind. Auch als Mami schon in der Pflegi in Muri war, blieb dieser Kontakt noch bestehen. Mami hat das sehr geschätzt.
Als im Jahre 2003 ihre Enkelkinder geboren wurden, nahm Mami ihre Rolle als Grossmutter mit riesiger Freude an. Die Zwillinge Alegra und Doriano nannten sie liebevoll Nanni und die beiden waren fortan ein wichtiger Inhalt in ihrem Leben.
Die Krankheit von Mami schritt  aber fort und nach einer schönen, aber leider viel zu kurzen Zeit des gemeinsamen Zusammenlebens mit Babba wurde die Atemnot immer schlimmer und Mami musste nach mehreren Spitalaufenthalten im Jahr 2013 in die Pflegi Muri einquartiert werden. Nun gehörte es zum wöchentlichen Ritual, dass ich mit meiner Familie Mami jeweils am Mittwoch zu Besuch nach Hause holte, um zusammen mit Babba das Familienleben zu pflegen. Dabei wurde viel gelacht und auch gegessen – was bei Babba nicht verwunderlich war – wusste er doch die italienische Küche zu zelebrieren. Mami gab jeweils die Bestellung auf und Babba erledigte den Einkauf und die Zubereitung der Speisen. Vor allem Pasta kam auf den Tisch, was natürlich auch von Alegra und Doriano sehr geschätzt wurde.
Der Tod von Babba im Frühjahr 2015 hat uns alle schwer getroffen und auch für unser Mami war das ein schwerer Schock, von dem sie sich nicht mehr erholt hat. Äusserlich nicht zu bemerken, litt sie innerlich schwer unter diesem Verlust. So verschlechterte sich auch ihr Gesundheitszustand zunehmend und sie sah keinen Sinn mehr, so zu leben. Von Woche zu Woche ging es ihr schlechter, bis ihr Herz am letzten Dienstag aufgehört hat zu schlagen.
ln unseren Herzen werden Mami und Babba immer weiterleben.
La Mamma è per sempre la Mamma! Ti vogliamo tanto bene.


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