Wohlen: Kleine Frau, grosse Spiele

Fr, 25. Mai. 2018

Das wird ein grandioses Fussballfest: In einer Woche kommt die Kosovo-Nationalelf nach Wohlen. Und mit ihr Tausende Fans, was für den FC Wohlen viel Aufwand bedeutet. Genauso wie die U19-EM der Frauen im Juli. «Chef» dieser Spieler ist Serena Forgione vom FC Wohlen.

Kleine Frau, grosse Spiele

Fussball: Kosovo – Elfenbeinküste (So, 3. Juni) und U19-EM der Frauen wird durch den FC Wohlen organisiert

 

Sie ist zwar nur 1,52 m gross, aber sie hat riesig was auf dem Kasten. Serena Forgione ist beim FC Wohlen mehr als das «Mädchen für alles». Ihre Berufsbezeichnung: Geschäftsstellen-Leiterin oder Teammanagerin. Oder Sekretärin – wobei dies schon fast eine Beleidigung ist. Denn was die 24-Jährige aus Wohlen in diesen Tagen leistet, ist schon fast unmenschlich.

Sogar die Rasenhöhe nach UEFA-Reglement

Da wäre der FC Wohlen in den letzten Atemzügen der Challenge League. Als Teammanagerin organisierte Forgione alles, was dazu gehört. Carfahrt, Sponsorenfoto, Mittagessen –und so weiter. Da wäre der FC Wohlen als Verein, der viel Aufwand mit sich bringt und sie Anlaufstelle für viele Anfragen intern und extern ist.

Und da sind die internationalen Spiele, die im Niedermatten-Stadion stattfinden. Am 18. und 24. Juli finden total drei Spiele der U19-Europameisterschaft der Frauen statt. Am 18. Juli ist das Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Frankreich. «Wir hoffen darauf, dass 500 bis 1000 Menschen an die Spiele kommen», sagt Forgione. Auch wenn die U19-EM der Frauen in die Sommerferien fällt, ist diese Zahl realistisch.

Vor diesem Event gibt es einiges zu organisieren. Der FC Wohlen stellt zusätzlich zu den «Volunteers» ebenfalls viele Helfer. Und: «Es muss alles nach UEFA-Reglement geplant werden», sagt die Freiämterin, die seit
1. Juni 2013 (also bald fünf Jahre) beim FC Wohlen arbeitet. Und dieses UEFA-Reglement hat 100 Seiten. Der FC Wohlen wird beispielsweise einen Raum im Stadion brauchen, der mit einem Kühlschrank ausgestattet ist und den man abschliessen kann. Das ist dann der Dopingprobenraum. Forgione sagt weiter: «Von der Rasenhöhe bis zur Anzahl der Balljungen muss alles genau stimmen.» Denn am Tag des Spiels wird ein UEFA-Delegierter vor Ort sein und alles kontrollieren. Der Aufwand? «Riesig.» Die Motivation? «Gigantisch», sagt Forgione. «Ich liebe meinen Job», sagt sie.

Die euphorischen Kosovaren kommen

In den vergangenen Tagen kam noch ein aussergewöhnlicher Event dazu. Das Spiel zwischen den beiden Männer-Nationalteams aus Kosovo und der Elfenbeinküste. Wie kam es zu diesem besonderen Spiel? «Ich hatte immer wieder Kontakt mit den Leuten, die diese Spiele organisieren. Vor einigen Tagen kam dann eine kurzfristige Anfrage», erklärt sie. Ukraine gegen Albanien sollte in Wohlen durchgeführt werden. Aus diversen (unbekannten) Gründen wurde dieses Spiel verlegt. Einige Tage war es ein Hin und Her, bis schliesslich klar wurde: Kosovo gegen die Elfenbeinküste wird in Wohlen stattfinden (am Sonntag, 3. Juni, um 15 Uhr). Es werden dann Spieler in der Niedermatten kicken wie Basel-Star Serey Die oder Eric Bailly von Manchester United (Marktwert rund 35 Millionen Franken).

Nach der konkreten Anfrage musste Forgione einige Abklärungen machen. Ist das FCW-Cateringteam bereit? Gibt die Kantonspolizei Aargau grünes Licht? Ist genug Personal vorhanden? Denn der FC Wohlen stellt zwischen 70 und 100 Helfer. Speaker, Balljungen, Catering, Kassenpersonal, Ticketkontrolle – alles stellt der Verein. Dazu kommen 15 bis 20 Securitas-Angestellte.

Einahmen und Ehre als «Lohn»

«Es ist ein Mega-Aufwand, vor allem für das Cateringteam», sagt Forgione. Man rechnet mit 3000 bis 4000 Zuschauern. Denn die Kosovo-Nationalelf zieht die Menschenmassen an. Diese Begegnung wird die internationalen Spiele – die für Ex-Präsident Andy Wyder immer sehr wichtig waren – in eine neue Sphäre hieven.

Der FC Wohlen will sich im besten Licht präsentieren und muss dafür eine perfekte Arbeit hinlegen. Der Verein kriegt als «Lohn» für die Mühen die Einnahmen der Getränke und Speisen – und einen Teil der Ticketpreise. Dies alles fliesst in die Vereinskasse. Und man erntet Ruhm und Ehre für den Verein und das ganze Dorf. Standortmarketing sagt man dem auch.
Serena Forgione – die mit Ex-FCW-Fussballer Raffaele Cardiello liiert ist – hat alles im Griff, sie kennt den Verein und die Umstände in- und auswendig. Auch wenn sie betont, dass sie ein starkes Team hinter sich habe: Bei ihr laufen schliesslich alle Fäden zusammen, sie hat am meisten Aufwand. «Ja, es ist viel los. Aber ich mache es sehr gerne.» Forgione ist zwar erst 24 Jahre jung, aber die Ex-Fussballerin ist bereits erfahren in Fussball- und Eventbusiness. Nicht umsonst hat der «Teleclub» sie zu sich geholt. Beim Privatsender arbeitet sie seit 1. Februar – natürlich hat sie auch dort mit Fussball zu tun. Dem FC Wohlen bleibt sie in Zukunft wohl in einem kleineren Pensum erhalten. Denn die kleine Frau ist wichtig – nicht nur für die grossen Spiele.

Von Stefan Sprenger

 

 

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