«Zubi» geht zur FIFA

Di, 07. Nov. 2017

Seit wenigen Tagen ist Pascal Zuberbühler neu bei der FIFA angestellt als Torwart-Spezialist. Er übernimmt die Ausbildung von Goalies rund um die Welt. «Eine riesige Herausforderung», sagt «Zubi», der neben Teleclub und FC Wohlen nun eine weitere Aufgabe hat. Schafft er das alles?

Ein Torwart für die Welt

Fussball: FC-Wohlen-Goalietrainer Pascal Zuberbühler ist neu bei der FIFA

Pascal Zuberbühler ist gut drauf. Wie immer. Am Telefon sind Nebengeräusche zu hören. Seine Zwillinge Nuria und Nevil (3 Jahre alt) spielen im Hintergrund. «Ich sehe sie momentan viel zu selten», sagt der 46-Jährige. Denn der Ex-Nati-Goalie Zuberbühler hat strenge Tage hinter sich. Am Wochenende war er als Experte für den Pay-TV-Sender Teleclub unterwegs an Fussballspielen in Sion und Luzern. Und letzte Woche war er auch in Wohlen dabei und leitete das Goalietraining. Mittlerweile ist er zwei- bis dreimal pro Woche in den Niedermatten. «Leider auch viel zu wenig», sagt er.

Torwartausbildung auf der ganzen Welt

Teleclub, FC Wohlen, Vater von Zwillingen, Ehemann. Seit dem 1. November hat er einen weiteren Job. Pascal Zuberbühler ist bei der FIFA neu für die Torhüterausbildung zuständig. Die Hauptaufgaben: Weiterentwicklung der Torwartausbildung auf der ganzen Welt. Auch an Orten, wo bislang nur grundlegende Arbeit geleistet wurde. Er wird auch die Rolle eines Beobachters übernehmen und insbesondere die Entwicklung des Fussballs und der Torhüter unterstützen. «Zubi» wird Kurse geben und versuchen, die Torhüterausbildung auf dem Globus voranzutreiben. «Torhüter werden im modernen Fussball immer wichtiger», sagt er. In diesem Jahr wird er beispielsweise noch in Kambodscha und Lettland anwesend sein, um zu helfen.

Zu seinem neuen Engagement sagt der Ex-Nati-Goalie: «Eine grosse Kiste und superinteressant. Für mich ist es eine Herausforderung und eine Ehre. Ich bin happy.» Wie kam es so weit, dass Zuberbühler plötzlich diese wichtige Stellung bei der FIFA übernehmen darf? Der 1,97 m grosse Zuberbühler erklärt, dass bereits im August Gespräche mit der FIFA geführt wurden. Mit FIFA-Boss Gianni Infantino. Mit Zvonomir Boban, dem stellvertretenden Generalsekretär der FIFA. Und mit Marco van Basten, dem leitenden Beauftragten der FIFA für technische Entwicklung. «Wir haben uns an einem Weltfussballspiel kennengelernt. Und wir diskutierten zu einem späteren Zeitpunkt, dass man auf der Torhüterposition etwas machen muss im Weltfussball. Das muss weiter vorangetrieben werden», so Zuberbühler.

Nach einigen Gesprächen kam der Deal nun zustande. «Zubi» nimmt den Job bei der FIFA an. «Wir freuen uns, dass Pascal unser Angebot angenommen hat», sagt Zvonimir Boban, stellvertretender FIFA-Generalsekretär in der Medienmitteilung. Boban ergänzt: «Zuberbühler kann auf grosse Erfahrung aus seiner Fussballkarriere zurückgreifen und ist zweifellos eine der Legenden des Schweizer Fussballs. Dank seiner Leidenschaft für das Spiel hat er eine bemerkenswerte Fähigkeit, sein Know-how an andere weiterzugeben, egal ob es sich um Instruktoren oder junge Torhüter handelt. Die FIFA will die Torhüter weltweit stärken und die Ausbildung in diesem Bereich verstärken. Wir haben keinerlei Zweifel daran, dass ‹Zubi› hervorragende Arbeit für uns leisten wird.»

31 Gegentore – was ist beim FCW los?

Zuberbühler fühlt sich geschmeichelt angesichts dieser Lorbeeren und will nun versuchen, einen grossartigen Job zu machen. «Das wird wieder etwas ganz Neues werden. Ich freue mich sehr. Es ist ein Traum, der wahr wird», so «Zubi».
Doch: Wird diese Aufgabe nicht zu viel? Immerhin ist er Experte beim Teleclub und Goalietrainer beim FC Wohlen und hat auch privat viel los. Mit dem FC Wohlen habe er «immer offen und ehrlich kommuniziert». Und er will die Arbeit im Freiamt auch weiterhin durchziehen. «Es macht Spass beim FC Wohlen.» Wenn Zuberbühler nicht da ist, übernimmt Flamur Tahiraj das Goalietraining. «Gut für ihn, weil er drauf und dran ist, seine Goaliediplome zu machen», sagt «Zubi».
Beim FC Wohlen will er die Saison zu Ende machen. «Dann schauen wir weiter», sagt er. Denn das Engagement beim FC Wohlen sei «nach wie vor eine Herzensangelegenheit».

Gestern Abend war Zuberbühler zum dritten Mal in dieser Saison auf der FCW-Bank. Wohlen verlor gegen Rapperswil-Jona mit 1:2. Er als Goalietrainer steht auch in der Kritik. Denn mit 33 Gegentoren in 14 Spielen kassierte der FC Wohlen am meisten Tore. «Das Problem ist, dass wir bereits zu viele Schüsse auf das Tor kriegen. Wenn ich da die Statistiken jeweils sehe, drehe ich fast durch. Wir sind Schiessbudenfiguren. Die Torhüter können meiner Meinung nach nur wenig für die vielen Gegentore.» Da hat Zuberbühler recht. Flamur Tahiraj  habe zwar auch seine Fehler gemacht. Aber in einem «normalen Mass». Und er habe auch einige Punkte für den FC Wohlen gerettet. «Es gibt andere Gründe für die vielen Gegentore.» Mehr möchte Zuberbühler nicht sagen. Um des lieben Friedens willen. Und auch weil «Zubi» sich nun voll und ganz auf seinen neuen FIFA-Job konzentrieren will.

Stefan Sprenger

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