Fussball: Auftritt im EM-Final

Di, 08. Aug. 2017

Sie wuchs in Rottenschwil auf, pfiff einst für den FC Bremgarten und trainiert heute oft in der Wohler Niedermatten. Die in Tägerig wohnhafte Belinda Brem stand am Sonntag auf der ganz grossen Frauenfussball-Bühne. Sie war als Assistentin beim Final der Frauenfussball-EM dabei.

 

28 000 Zuschauer. Ausverkauft. Das  Stadion von Twente Enschede war am vergangenen Sonntag in Orange gehüllt. Die holländischen Fans feierten den EM-Titel ihrer eigenen Mannschaft. «Es war eine grandiose Stimmung dieser orangenen Masse», sagt die 29-Jährige Belinda Brem. Sie war als Schiedsrichter-Assistentin beim Final zwischen Holland und Dänemark dabei. Für sie persönlich war es nach dem Champions-League-Final 2015 der nächste Karriere-Höhepunkt. Zuschauermässig hat die sympathische Frau schon mehr erlebt. Bei einem Testspiel zwischen England und Deutschland im Wem­bley waren es 50 000 Fans.

«Krasser Fehlentscheid von mir»

Der EM-Final mit so vielen Fans und einem Millionenpublikum vor den Fernsehern war für die in Tägerig wohnhafte Brem natürlich etwas ganz Grosses. «Ein riesiges Erlebnis, eine Lebensschule, es war wie im Traum. Ich konnte es geniessen. Ich durfte während der ganzen EM viele tolle und positive Menschen kennenlernen.»

Total leitete Brem mit der Schweizer Schiedsrichterin Esther Staubli vier Spiele. England gegen Schottland und Italien gegen Schweden in der Gruppenphase. Es folgte der Viertelfinal England gegen Frankreich. «Dort gab es viele Offside-Entscheide und es war wohl unser schwierigstes Spiel.» Und Brem und ihr Schiedsrichter-Team machten es hervorragend – und erhielten die Zusage für den EM-Final. Doch Brem, die in Rottenschwil aufgewachsen ist, findet einen Makel: «Im Viertelfinal habe ich mir einen krassen Fehlentscheid erlaubt.» Sie entschied einen Einwurf falsch. Auf das Spiel hatte es keinen grossen Einfluss. «Aber mich hat es sehr genervt.» Ansonsten haben sie und ihr Team eine «souveräne EM gepfiffen».

Auf der Toilette mit dem König

Belinda Brem war am Sonntag noch in Holland am EM-Final. Am Montag war sie schon wieder zu Hause. Und am Mittwoch geht für sie der Arbeits-Alltag wieder los. Sie arbeitet als Physiotherapeutin in Niederwil. Und am nächsten Wochenende wird sie auf dem Schweizer Fussballplatz wieder anzutreffen sein. Während der Saison assistiert Brem in der Promotion League. Weil am nächsten Wochenende eine Runde des Schweizer Cups stattfindet, muss sie in die Westschweiz reisen. Beroché-Gorgier – ein Team aus der 2. Liga region – empfängt den FC Kosova. Vom EM-Final in die Provinz. Von 28 000 frenetischen Holländern zu ein paar Dutzend Fussballbegeisterten. «Das wird ein Kulturschock», sagt sie lächelnd.
An der EM lernte sie unter anderem Pierrluigi Colina, den obersten Schiedsrichter, kennen. Und sie erzählt eine witzige Geschichte vom Eröffnungsspiel. Brem verfolgte die Partie im VIP-Bereich mit. Als sie auf die Toilette musste, traf sie per Zufall den holländischen König an.

Privat folgt ein Höhepunkt

Neben der Schiedsrichterei und ihrem Job als Physiotherapeutin studiert Brem Ernährung. Sie sagt zudem, dass sie bereits auf die Liste der Kandidaten für die Frauenfussball-WM in zwei Jahren in Frankreich aufgenommen wurde. Brem, die auch schon in Dottikon und Wohlen wohnte, hat in diesem Jahr aber zuerst privat grosse Pläne. Im Oktober heiratet sie ihren Freund, der aus Mauritius stammt. Natürlich wird in Mauritius geheiratet. Während sie am EM-Final nur «ein bisschen» nervös war, wird sich das an ihrer eigenen Hochzeit ändern.

--Stefan Sprenger

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