Es gibt wohl keine Gemeinde Mutschellen

Di, 14. Feb. 2017

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlungen in Berikon, Rudolfstetten und Widen wurde über den Kredit fürs Ausschaffen eines Fusionsvertrags befunden. Berikon genehmigte den Kredit mit 139:98 Stimmen, Rudolfstetten-Friedisberg gar mit 198:53 Stimmen. Widen hingegen lehnte das Begehren mit 135:113 Stimmen ab.

Kopf, Herz und Portemonnaie entscheiden, ob Gemeinden fusionieren. «Am Schluss bestimmt das Portemonnaie», weiss Projektleiter Jean-Claude Kleiner. Das Portemonnaie gab auch den Ausschlag an der ausserordentlichen Gemeindeversammlungen in Berikon, Rudolfstetten und Widen, als es um den Kredit von 45 000 Franken ging fürs Ausschaffen eines Fusionsvertrags.

Die Summe des Kreditbegehrens war völlig nebensächlich. Aber das Geld stand trotzdem im Zentrum der Diskussionen, auch wenn mehrfach betont wurde, jetzt einen Schritt in die Zukunnft zu wagen – ohne nur aufs Portemonnaie zu schielen. 

Da bei der neuen fusionierten Gemeinde der tiefste Steuerfuss der beteiligten Gemeinden zum Tragen kommen soll, zeigen die Resultate in den drei Gemeinden, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner wohl mit Blick aufs Portemonnaie gestimmt haben.

Der Steuerfuss in Widen liegt heute bei 86 Prozent. Bei einer Fusion wird dieser womöglich nicht gehalten werden können, da die Mindereinnahmen bei den Steuern grösser ausfallen werden als die Einsparungen auf diversen Gebieten. Abstimmungsresultat in Widen: 135 Nein, 113 Ja.

Rudolfstetten-Friedlisberg hat heute einen Steuerfuss von 98 Prozent. Hier würden die Einwohnerinnen und Einwohner am meisten profitieren bei einer Fusion. Das Abstimmungsresultat: 198 Ja zu 53 Nein – obwohl sich der Gemeinderat für ein Nein ausgesprochen hat.

Berikon hat heute einen Steuerfuss von 92 Prozent. Hier gab es zwar auch einige Voten zum Geld. Hauptsächlich drehte sich die Diskussion aber ums Thema «bewahren, was man hat, oder einen mutigen Schritt in die Zukunft tun». Das Resultat: 139 Ja zu 98 Nein.

Da Widen den Kredit abgelehnt hat, ist die Fusion vom Tisch. Vorläufig: In allen drei Gemeinden besteht noch die Möglichkeit, das Referendum gegen den Entscheid zu ergreifen.

Reaktionen zu den drei ausserordentlichen Gemeindeversammlungen lesen Sie in der Printausgabe vom 17. Februar.

 

Erika Obrist

Kommentare

Gemeindeammann Peter Spring verkündete an der Versammlung in Widen das aus seiner Sicht erfreuliche Resultat aus Berikon noch v o r der entsprechenden Abstimmung in Widen. Frage: war das zulässig und, wenn ja, weshalb hat man die Versammlungen in den 3 Gemeinden unbedingt zeitgleich angesetzt? Zudem: soll ein Gemeinderat bei einem derartig kontroversen Thema seine eigene Meinung dem Stimmvolk auf die erfolgte Art und Weise vermitteln? Und, als Sahnehäubchen, gleich nach Schluss der Versammlung noch auf der Bühne für alle hörbar das Erfordernis eines Referendums bejahend diskutieren?

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses

Trending

1

Ringen: Freiämter gegen Hergiswil

Die RS Freiamt empfängt am Samstag, 20 Uhr, die RR Hergiswil in der Bachmattenhalle in Muri. Beide Teams sind mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gestartet. Vergangene Saison scheiterten die Freiämter an Hergiswil im Halbfinal.